CASE · 01

Operationalisierung einer IT-Governance-Rolle

Von einzelnen Governance-Aufgaben zu einer etablierten, teamübergreifenden Governance-Funktion – mit standardisierten Prüfprozessen, messbaren KPIs und transparentem Management-Reporting für den sicheren Betrieb einer hochkomplexen Mobilitätsplattform.

seit 2022 Governance-Verantwortung
~1.400 Microservices
24 geprüfte Domänen
6 Teams der Abteilung
~60 Mitarbeitende

Governance für eine hochkomplexe Mobilitätsplattform.

Der Kunde betreibt eine große cloudbasierte Mobilitäts- und Vertriebsplattform, über die zentrale digitale Services für Endkunden bereitgestellt werden. Die Plattform basiert auf einer hochgradig verteilten Microservice-Architektur mit rund 1.400 Services und wird innerhalb einer AWS-Cloud betrieben.

Die Betriebs- und Ausfallsicherheit besitzt dabei höchste Priorität. Störungen zentraler Komponenten können innerhalb kürzester Zeit erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen verursachen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Architektur, Dokumentation, Monitoring, betriebliche Prozesse und die Einhaltung definierter Standards und Regeln.

Eine übergreifende Governance-Funktion war zu Beginn meiner Tätigkeit jedoch nur in Ansätzen vorhanden. Einzelne Aufgaben, Vorgaben und Prozesse existierten bereits, eine nachhaltig etablierte Rolle mit klaren Instrumenten, standardisierten Prüfprozessen und transparentem Reporting jedoch nicht.

Meine Aufgabe bestand deshalb darin, aus einer zunächst überschaubaren Sammlung von Governance-Aufgaben eine eigenständige und wirksame Governance-Funktion für den Betrieb der Plattform zu entwickeln und dauerhaft in der Abteilung zu etablieren.

Governance zwischen Stabilität und Delivery.

Die besondere Herausforderung lag weniger darin, Regeln und Standards zu definieren, sondern Governance wirksam in einer hochkomplexen und agil arbeitenden Organisation zu verankern.

Die Entwicklungsteams arbeiten weitgehend eigenständig nach Scrum und sind gleichzeitig in ein übergeordnetes SAFe-Framework eingebettet. Kapazitäten sind stark auf die Weiterentwicklung der Plattform und neue Funktionalitäten ausgerichtet. Governance-Anforderungen und Findings aus dem laufenden Betrieb konkurrieren damit unmittelbar um dieselben Ressourcen.

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Eine Governance-Funktion etablieren, deren Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu Beginn nur in Ansätzen definiert waren.

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Einheitliche Standards über eine technisch hochkomplexe Plattform mit rund 1.400 Microservices und 24 zu prüfenden Domänen hinweg sicherstellen.

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Governance-Anforderungen in agile Delivery-Strukturen integrieren, ohne Teams und betriebliche Verantwortliche unnötig vom Tagesgeschäft abzuhalten.

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Unterschiedlichste Governance-Themen – von Architektur und Dokumentation über Monitoring bis zu IT-Notfalltests und Security – in ein konsistentes Prüfmodell überführen.

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Findings transparent machen, priorisieren und konsequent nachhalten, obwohl deren Bearbeitung mit der Entwicklung neuer Funktionalitäten um begrenzte Kapazitäten konkurriert.

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Governance in einer komplexen Konzernorganisation mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten, Interessen und Abhängigkeiten pragmatisch und gleichzeitig verbindlich gestalten.

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Akzeptanzbarrieren zum Thema Governance innerhalb des Betriebs überwinden und das Thema in Gänze nachhaltig zu implementieren.

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Aus operativen Prüfergebnissen belastbare KPIs und Managementinformationen entwickeln, um Risiken, Trends und Handlungsbedarfe sichtbar zu machen.

Entscheidend war daher ein pragmatischer Governance-Ansatz: so standardisiert und verbindlich wie erforderlich – gleichzeitig aber so effizient und nah an den bestehenden Arbeitsweisen wie möglich.

Governance operationalisieren.

Als Governance Manager übernahm ich die teamübergreifende Verantwortung für zentrale Governance-Themen innerhalb des Plattformbetriebs und entwickelte die zuvor nur in Ansätzen vorhandene Rolle methodisch und operativ weiter.

Neben der eigentlichen Governance-Funktion arbeite ich in einem vierköpfigen Optimierungsteam an abteilungsübergreifenden Verbesserungspotenzialen und begleite ausgewählte Optimierungsvorhaben von der Analyse bis zur Umsetzung.

Governance Management

Entwicklung und Etablierung einer teamübergreifenden Governance-Funktion zur Sicherstellung betrieblicher Standards, Vorgaben und Qualitätsanforderungen.

Modul-TÜV

Konzeption, Implementierung und kontinuierliche Weiterentwicklung eines standardisierten Prüfprozesses für 24 Domänen auf Basis definierter Prüfpunkte und Akzeptanzkriterien.

Findings Management

Strukturierte Dokumentation, transparente Nachverfolgung und Management-Aufbereitung identifizierter Abweichungen und Handlungsbedarfe.

KPI & Management Reporting

Entwicklung aussagekräftiger KPIs und Dashboards zur transparenten Darstellung von Governance-Ergebnissen, Trends und betrieblichen Regelverstößen.

Prozess- & Wissensmanagement

Optimierung betrieblicher Governance-Prozesse sowie Leitung einer Arbeitsgruppe zur kontinuierlichen Verbesserung und Qualitätssicherung der zentralen Wissensdatenbank.

Operational Excellence

Mitarbeit im abteilungsübergreifenden Optimierungsteam sowie Unterstützung bei Themen rund um Architektur, Monitoring, Analytics, Incident Management und betriebliche Weiterentwicklung.

Von einzelnen Aufgaben zur etablierten Governance-Funktion.

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Governance strukturieren

Bestehende Aufgaben, Standards und Verantwortlichkeiten wurden analysiert, strukturiert und zu einem übergreifenden Governance-Verständnis für den Plattformbetrieb weiterentwickelt. Dabei galt es zunächst, sich in die komplexe technische und organisatorische Landschaft einzuarbeiten und relevante Governance-Themen systematisch zu ordnen.

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Standards operationalisieren

Bestehende Vorgaben wurden in konkrete und überprüfbare Kriterien übersetzt. Im Mittelpunkt standen unter anderem Architektur- und Dokumentationsstandards, Schnittstellen, Logging und Monitoring, Fehlerhandbücher, Technologieinformationen sowie Vorgaben rund um IT-Notfalltests, Pentests und betriebliche Kommunikationswege.

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Zentralen Prüfprozess etablieren

Als zentrales Governance-Instrument wurde ein standardisierter Prüfprozess konzipiert und implementiert. Ein dynamischer Prüfkatalog mit definierten Prüfpunkten und Akzeptanzkriterien ermöglicht die regelmäßige und vergleichbare Bewertung der 24 Domänen der Plattform. Neue Themen können bei Bedarf in den Prüfkatalog aufgenommen und in zukünftigen Durchläufen berücksichtigt werden.

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Findings steuerbar machen

Identifizierte Abweichungen werden strukturiert dokumentiert, Verantwortlichkeiten transparent gemacht und ihre Bearbeitung kontinuierlich nachgehalten. Über Jira, Confluence und PowerBI werden standardisierte Management-Reports bereitgestellt und sorgen dabei für Transparenz über Status, Schwerpunkte und Entwicklung der Findings.

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Governance messbar machen

Für zentrale Governance-Themen wurden KPIs und Reporting-Strukturen entwickelt. Neben Findings und Erfolgsquoten des zentralen Prüfprozesses werden beispielsweise Verstöße gegen definierte Deployment-Zeiten teambezogen ausgewertet und über ein eigens entwickeltes Power-BI-Dashboard hinsichtlich Entwicklung, Ursachen und Maßnahmen transparent gemacht.

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Prozesse kontinuierlich verbessern

Governance wird nicht als statisches Regelwerk verstanden. Prüfprozesse, Kriterien, Templates und Reporting werden auf Basis neuer Anforderungen und der Erkenntnisse vergangener Durchläufe und dem Tagesgeschäft kontinuierlich weiterentwickelt. Der zentrale Prüfprozess folgt damit bewusst einem iterativen Verbesserungsansatz im Sinne des PDCA-Prinzips.

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Governance in die Organisation integrieren

Über regelmäßige Abstimmungen mit fachlichen und technischen Betriebsführern, Product Ownern, Entwicklungsteams, Architektur, IT-Security und Management wird Governance in die bestehenden Arbeitsstrukturen integriert. Ziel ist eine hohe Verbindlichkeit bei möglichst geringem zusätzlichen Aufwand für die operativen Teams.

Governance als etablierter Bestandteil des Plattformbetriebs.

Aus einzelnen Governance-Aufgaben entstand eine dauerhaft etablierte Funktion mit standardisierten Prüfprozessen, messbaren Ergebnissen und transparentem Management-Reporting.

Governance nachhaltig etabliert

Aus einer zunächst nur grob umrissenen Aufgabe wurde eine klar strukturierte und teamübergreifend wirksame Governance-Funktion für den Betrieb der Plattform entwickelt.

Standardisierte Prüfprozesse

Mit dem entwickleten zentralen Prüfinstrument steht ein wiederholbarer und kontinuierlich weiterentwickelter Governance-Prozess zur Verfügung, mit dem Standards über 24 Domänen hinweg systematisch geprüft werden können.

Risiken transparent gemacht

Findings, Regelverstöße und Handlungsbedarfe werden strukturiert erfasst und nachgehalten. Dadurch entsteht ein deutlich transparenteres Bild potenzieller betrieblicher Risiken.

Governance messbar gemacht

KPIs zu Findings, Prüfergebnissen und Deployment-Verstößen schaffen eine objektive Grundlage zur Bewertung von Entwicklungen und unterstützen das Management bei der Einordnung von Handlungsbedarfen.

Auditfähigkeit gestärkt

Die systematische Prüfung betrieblicher Vorgaben, nachvollziehbare Dokumentation und transparente Nachverfolgung von Abweichungen stärken die Vorbereitung auf externe Audits.

Governance & Delivery verbunden

Governance-Prozesse wurden so gestaltet, dass notwendige Kontrollen mit möglichst geringem Zusatzaufwand in die bestehenden agilen Arbeitsweisen integriert werden können.

Die etablierte Governance-Funktion ist bewusst nicht als zeitlich begrenzte Projektlösung konzipiert. Mit den entwickelten Prüfprozessen, Standards, KPIs und Reporting-Strukturen entstand vielmehr ein dauerhaft benötigtes Instrumentarium zur Unterstützung des sicheren Betriebs und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattform. Die Rolle kann damit auch über die aktuelle Beauftragung hinaus als fester Bestandteil der Organisation fortgeführt und weiterentwickelt werden.

Lassen Sie uns Transformation gestalten

Lassen Sie uns über Ihr Vorhaben, Ihre Herausforderung und mögliche nächste Schritte sprechen.